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Urlaub- und Reiseberichte

Mexiko – Zahlen und Fakten

Während viele Länder mit wenigen Stichworten gekennzeichnet werden können, gelingt dies bei Mexiko nicht. Das gilt schon für den politischen Bereich. Zwar hat das Land von 1910 bis 1917 eine blutige Agrar-Revolution erlebt, doch seit Jahrzehnten zeigt es eine erstaunliche Stabilität, zumal im Vergleich mit dem übrigen Lateinamerika. Die Mexikaner sind zwar das größte Volk spanischer Sprache, aber daneben sind noch rund 50 präkolumbianische Sprachen lebendig. Entsprechend vielfältig ist das Volksleben. Aber auch an Zeugnissen der altamerikanischen Kulturen, der Kolonialarchitektur und der Kunst des 20. Jahrhunderts wird Mexiko im lateinamerikanischen Subkontinent kaum übertroffen.
In der Naturlandschaft reicht das Spektrum vom aktiven Vulkanismus bis zum ewigen Schnee, vom tropischen Regenwald bis zur Wüste; und dem entspricht die Fülle unterschiedlichster Agrarprodukte. Zur Naturausstattung gehören das Silbererz, jahrhundertelang die Hauptquelle des Reichtums, sowie enorme Erdölvorräte, aber auch die Lage zwischen zwei „warmen“ Meeren, wodurch Mexiko zum wichtigsten Touristenziel der Tropen wurde.
Verteilung und Erscheinungsformen von Siedlung und Bevölkerung sind in Mexiko außerordentlich vielgestaltig. Einfachsten Waldlandindianern und Waldhackbauern, die noch kaum einen Kontakt zur Außenwelt haben, aber auch zahlreichen Analphabeten in den Städten, stehen qualifizierte Fabrikarbeiter und Kaufleute, hochspezialisierte Wissenschaftler und international anerkannte Künstler gegenüber.

Als einziges Land der Dritten Welt grenzt Mexiko an den höchstentwickelten Industriestaat der Erde. Doch der Versuch, diese Grenze zu überschreiten, um Arbeit in den USA zu finden, bleibt für viele Mexikaner eine unerfüllte Hoffnung. Dabei gehört die Bevölkerungszunahme Mexikos zu den höchsten der Welt, und es steht zu befürchten, dass die Hauptstadt bald zur größten Metropole überhaupt heranwächst. Immerhin hat eine beachtliche Industrialisierung Mexiko zu einem sogenannten „Schwellenland“ werden lassen, doch in ihrer Folge ist es auch zur gefährlichen Auslandsverschuldung gekommen.

Das Schlagwort „Land der Gegensätze“ ist demnach wohl gerechtfertigt. Und es gilt auch für Mexikos Lagebeziehungen, in denen einerseits eine Übergangsstellung, andererseits scharfe Abgrenzungen zwischen dem Norden und dem Süden der Neuen Welt zum Ausdruck kommen. In der Kulturentwicklung kommt Mexiko eine trennende Rolle zu. Die kaum besiedelten Trockenräume im Norden bildeten in vorspanischer Zeit einen breiten Grenzsaum der mesoamerikanischen Hochkulturen, wie beispielsweise die der Azteken und Maya, gegenüber den Indianern Nordamerikas, die über die Wildbeuterstufe nicht oder erst spät hinausgekommen waren. Das spanische Interesse im Norden beschränkte sich auf die isoliert liegenden Silberminen.

Der Kernraum ist ein 1000-2500 m hoch gelegenes, von Kakteen- und Dornbuschsteppe, im Süden von Kurzgrassteppe bedecktes subtropisches Hochland (Hochland von Mexiko), das von hohen Randgebirgen bis über 3000 m Höhe (Sierra Madre Oriental im Osten, Sierra Madre Occidental im Westen) gesäumt wird. Im Hochland erheben sich die erloschenen Vulkanberge des Popocatépetl (5452 m) und des Iztaccihuatl (5286 m). Den Südabschluss bildet die Meseta Neovolcánica mit den höchsten Vulkangipfeln des Landes (Citlaltépetl 5700 m). Südlich der vom Balsas durchflossenen Senke schließt sich die Sierra Madre del Sur (3703 m) an. Östlich der Landenge zieht sich das Bergland der Sierra Madre de Chiapas (bis 2948 m) bis nach Guatemala hinein; nach Nordosten liegen die feuchtheiße Küstenebene von Tabasco und die teilweise sumpfige und teilweise verkarstete Kalktafel der Halbinsel Yucatán. Im Osten unterliegt das Klima dem Einfluss der Passatwinde, die den Flanken des Hochlandes während des ganzen Jahres Regen bringen. Das übrige Land weist trockene Winter mit Nachtfrösten auf. Während der sommerliche Regenzeit fallen Niederschläge, die von 800-1000 mm im südlichen Hochland auf weniger als 100 mm im Nordwesten abnehmen.
Die überwiegend katholische, Spanisch sprechende Bevölkerung hat sich von 1960 bis 1995 nahezu verdreifacht; rund 74% leben in Städten. 75% sind Mestizen, 14% Indianer und 10% Weiße; die Zahl der Indianer und Weißen nimmt ständig ab. Unter den Nachfahren der indianischen Urbevölkerung bilden die Maya in Yucatán die größte Gruppe vor den Nahua, Otomi, Zapoteken u. a. Rund 50% der Bevölkerung leben in dem zentralen Altsiedelraum um die Hauptstadt. Das jährliche Bevölkerungswachstum lag 1970-1976 bei 3,5%, durch ein staatliches Bevölkerungsprogramm mit dem Ziel des begrenzten Wachstums sank es bis 1996 auf 1,8% ab.
1998 waren rund 24% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt, die etwa 5% des Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. Von 99,2 Mio. ha landwirtschaftlich genutzter Fläche sind 6,1 Mio. ha Bewässerungsland (3,1% der Landesfläche). Für den Export werden Obst und Gemüse, Baumwolle, Kaffee, Zucker, Tabak, Kakao und Sisalhanf angebaut. Die Viehwirtschaft kann den Inlandbedarf nicht decken. Die Landwirtschaft leidet unter der starken Besitzzersplitterung. Mexiko ist reich an Bodenschätzen (Eisen-, Blei-, Zink-, Kupfer- und Silbererze, Gold, Quecksilber, Schwefel, Kohle, Erdöl und Erdgas). Mexiko ist der größte Silberproduzent der Erde und liegt mit einer Fördermenge von 169,3 Mio. t (1997) an 5. Stelle der Ölförderländer. Der Bergbau ist noch größtenteils in US-amerikanischem Besitz. Die vielseitige Industrie umfasst die Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln, Textilien, Stahl und Chemieprodukten.
Das Straßennetz ist gut ausgebaut. Für die Personenbeförderung ist der öffentliche Busverkehr wichtig. Mexiko hat 30 internationale und 20 nationale Flughäfen. Die wichtigsten Häfen sind Tampico, Tuxpan de Rodríguez Cano und Veracruz am Golf von Mexiko; Guaymas, Isla de Cedros, Santa Rosalia und Salina Cruz am Pazifik.
Geschichte 1519-1521 eroberte der Spanier H. Cortés das Land, in dem die Azteken seit dem 14. Jahrhundert, auf der Grundlage reicher älterer Kulturen (Mittelamerikanische Kulturen) einen mächtigen und blühenden Staatenbund geschaffen hatten; es erlangte durch seinen Silberreichtum große Bedeutung für Spanien. Die ersten Freiheitskämpfe unter M. Hidalgo y Costilla (1810/11) blieben erfolglos; erst 1822 gelang es, die Spanier zu besiegen, und Mexiko wurde unter A. de Itúrbide (als Kaiser Augustin I.) unabhängiges Kaiserreich. Innere Zwistigkeiten führten 1824 zur Proklamation der Republik. Dauernde Rivalitätskämpfe der mexikanischen Generäle schwächten das Land erheblich. Mit US-amerikanischer Hilfe löste sich 1836 Texas von Mexiko, und im Krieg gegen die USA (1846-1848) verlor Mexiko etwa 40% seines Staatsgebiets.

Die Reformen des Präsidenten B. Juárez García führten zu einem schweren Bürgerkrieg (1858-1861), der das Land wirtschaftlich ruinierte; Mexiko stellte die Bezahlung der Auslandsschulden ein, was Frankreich zur Intervention veranlasste. Napoleon III. setzte den österreichischen Erzherzog Maximilian als Kaiser ein, der aber nach Abzug der französischen Truppen gegen den früheren Präsidenten Juárez unterlag und 1867 erschossen wurde. 1877-1911 (mit Unterbrechung) war P. Diaz Präsident Mexikos; er baute ein stehendes Heer auf, stellte die staatliche Ordnung her und erreichte einen beträchtlichen Wirtschaftsaufschwung. Sein Sturz leitete die Epoche der mexikanischen Revolution (1911-1920) ein, in deren Verlauf mehrere politische Gruppierungen, u. a. auch solche mit sozialreformerischer Zielsetzung (E. Zapata, V. Carranza), um die Macht kämpften. Die sozialistische Richtung setzte sich durch (Industrieverstaatlichung, Bodenreform, Bekämpfung der Kirche) und organisierte sich schließlich in der „Institutionellen Revolutionspartei“ (Partido Revolucionario Institucional, PRI), der bis heute regierenden Staatspartei, die Mexikos politische Stabilität und wirtschaftliches Wachstum sicherte.

Unter den Präsidenten A. López Mateos (1958-1964) und G. Diaz Ordaz (1964-1970) wurde die Landreform erfolgreich weitergeführt, die Industrialisierung beschleunigt, das Straßennetz ausgebaut und die sozialen Einrichtungen verbessert. In den 1970er Jahren führten die Probleme des Bevölkerungswachstums, des Währungsverfalls u. der hohen Auslandsverschuldung zu ökonomischen Krisenerscheinungen. Zur Parlamentswahl 1979 waren erstmals oppositionelle Linksparteien zugelassen. 1982-1988 war der Wirtschaftsfachmann M. de la Madrid Hurtado Staatspräsident. Er versuchte, durch eine dezidierte Sparpolitik eine ökonomische Stabilisierung zu erreichen. Sein Nachfolger C. Salinas de Gortari setzte diesen Kurs fort. Unter seiner Führung wurde das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) mit Kanada und den USA geschlossen. Trotz dieser wirtschaftlichen Erfolge blieben die großen sozialen Gegensätze im Lande bestehen. 1994 schlug das Militär im Bundesstaat Chiapas einen Indioaufstand nieder. Im selben Jahr fiel L. D. Colosio, der Präsidentschaftskandidat des PRI, einem Attentat zum Opfer. E. Zedillo Ponce de León, der neue Kandidat des PRI, wurde im August 1994 ins Präsidentenamt gewählt. Er sah sich mit einer schweren Währungskrise konfrontiert, die nur mit internationaler Hilfe beigelegt werden konnte. Verhandlungen mit dem EZLN über die Rechte der indianischen Bevölkerung brachten keine befriedigende Lösung, so dass der Chiapas-Konflikt nicht endgültig beigelegt werden konnte. Bei den Parlamentswahlen 1997 verlor der PRI erstmals die absolute Mehrheit im Abgeordnetenhaus, obwohl die Politik der Regierung Zedillo zu einer Sanierung des Staatshaushaltes und zur Drosselung der Inflation führte. Die 71-jährige Herrschaft der Partei endete schließlich mit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2000. Die Bevölkerung wählte Vicente Fox von der Partei der Nationalen Aktion (PAN), den Kandidaten eines Oppositionsbündnisses aus PAN und Grünen, zum neuen Staatspräsidenten.

Mexikos Hauptstadt ist ein riesiger Ballungsraum. Mit insgesamt 15,6 Millionen Einwohnern im erweiterten Stadtgebiet ist Mexico City die größte Stadt der Welt. Und täglich strömen noch mehr Neuankömmlinge aus den Provinzen in die Stadt, die sich kontinuierlich in das Hochtal von Anáhuac ausdehnt und den Gebirgszügen ringsum annähert.
Die Metropole ist politischer, wirtschaftlicher und kultureller Kopf des mittelamerikanischen Landes. Sie ist Sitz der mexikanischen Regierung und besitzt fünf Universitäten, mehrere andere Hochschulen, Bibliotheken, Museen und Archive. Zugleich ist sie Handels- und Dienstleistungszentrum und Mexikos wichtigster industrieller Standort mit zahlreichen Unternehmen der Elektro-, Metall-, Textil-, Tabak- und Nahrungsmittelindustrie. Die lange Geschichte der Stadt wird dem Besucher an vielen Stellen durch historische Gebäude, Plätze und Denkmäler in Erinnerung gerufen. Mexico City vermittelt insofern auch einen zwiespältigen Eindruck: einerseits die hektische Betriebsamkeit einer modernen Metropole mit großer Tradition, andererseits nicht zu übersehende Verfallserscheinungen, Armutsviertel und Umweltprobleme (Smog). Somit verkörpert die Stadt exemplarisch die Probleme fast aller Metropolen der ärmeren Länder der Erde.

© by Bertelsmann Lexikon Verlag

Ich danke dem Bertelsmann Lexikon Verlag für die freundliche Unterstützung dieser Seite.

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