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Urlaub- und Reiseberichte

Tunesien – Zahlen und Fakten

Drei Viertel der Fläche werden von Tiefebenen eingenommen. Im Norden greifen die Ausläufer des Atlas (Jabal Shahambi 1544 m), zwischen die fruchtbare Talzonen eingeschlossen sind, in das Land hinein. Südlich folgt eine steppenhafte, von einzelnen Bergen überragte Hochebene. Die Küste wird von Halbwüste begleitet, während der Süden mit dem Salzbecken des Chott Al Djerîd und des Chott Al Fedjadj zur Sahara gehört. Im Südosten reichen die Dünen des Östlichen Großen Erg nach Tunesien hinein. An der Küste herrscht Mittelmeerklima, nur dort wächst an den Berghängen in größeren Beständen Wald, während es nach Süden immer heißer und trockener wird.
Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Arabern, daneben gibt es kleinere Gruppen von Berbern. Die Zahl der Europäer (vor allem Franzosen und Italiener) ist in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen. 96% der Bevölkerung gehören dem sunnitischen Islam an, der Staatsreligion ist. – Die Staatsuniversität in Tunis (gegründet 1960) wird durch die beiden neuen Universitäten (gegründet 1986) in Sfax und Monastir entlastet.
Im Norden und Nordosten ermöglichen die Niederschläge den Anbau von Getreide, Oliven, Wein, Südfrüchten und Gemüse. Im westlichen Steppengebiet Mitteltunesiens sind weite Flächen mit dem wild wachsenden Halfagras bedeckt, das zur Herstellung von Grobtextilien und Papier verwendet und teilweise exportiert wird. In den südlichen Oasen dienen die Dattelpalmen und der Gartenbau als Lebensgrundlage. Die wichtigsten Bodenschätze sind Naturphosphat (fünftgrößter Lieferant der Erde), Eisenerz sowie Erdöl und Erdgas. Die Industrie hat sich in jüngster Zeit rasch entwickelt. Sie verarbeitet landwirtschaftliche Produkte (Olivenöl, Konserven, Zucker) und erzeugt vor allem Textilien, Erdölprodukte, Elektrogeräte, Chemikalien sowie Cellulose. Eine bedeutende Rolle spielt nach wie vor die handwerkliche Herstellung von Teppichen, Lederwaren und Kunstschmiedearbeiten. Hauptausfuhrgüter sind Textilien, Erdöl, Phosphat sowie Olivenöl, Obst und Südfrüchte. Der Fremdenverkehr, besonders an der Mittelmeerküste, hat sich zum wichtigsten Devisenbringer entwickelt.
Das Straßennetz ist relativ gut ausgebaut (29 083 km). Der Eisenbahnverkehr dient vor allem der Beförderung der Bergbauprodukte. Die wichtigsten Häfen sind Tunis-Goulette, Bizerte, Sousse, Sfax und der Erdölhafen As Sahirah. Internationale Flughäfen gibt es in Tunis, Djerba, Monastir und Tozeur.
Aus phönizischen Kolonien entstand im Altertum in Tunesien das Reich von Karthago, das 146 v. Chr. von den Römern zerstört und zur Provincia Africa gemacht wurde. 439-533 n. Chr. wurde Tunesien von Wandalen, seit 533 von Byzanz beherrscht. Ende des 7. Jahrhunderts eroberten die islamischen Araber das Land und gründeten in Kairouan eine Militärkolonie. Seit dem 9. Jahrhundert herrschten verschiedene Dynastien, seit 1226 die Hafsiden, die 1574 Tunesien an die Türken verloren. 1705 begründete Hussain Ben Ali, ein türkischer Offizier, die Bei-Dynastie der Hussainiden, die von der Türkei nur nominell abhängig war. 1871 erkannte die Türkei die Unabhängigkeit Tunesiens an. Um den Besitz Algeriens zu sichern und um den Italienern zuvorzukommen, zwang Frankreich 1881 im Bardo-Vertrag den Bei, Tunesien der französischen Schutzherrschaft zu unterstellen. Während der Kämpfe in Nordafrika im 2. Weltkrieg (1942/43) sympathisierte der Bei Mohammed Al Munsaf mit den Deutschen und Italienern; er wurde nach der Kapitulation der deutschen und italienischen Truppen im Mai 1943 durch Mohammed Al Amin ersetzt.

Nach dem Krieg forderte die Neo-Destour-Partei Habib Bourguibas die Unabhängigkeit; da diese nicht gewährt wurde, kam es 1953 zu blutigen Unruhen. 1955 erlangte Tunesien die innere Autonomie, am 20. 3. 1956 die volle Unabhängigkeit. Bourguiba wurde Ministerpräsident; er setzte 1957 den Bei ab und machte sich zum Staatspräsidenten (seit 1975 auf Lebenszeit). Bis 1963 behielt Frankreich den Stützpunkt Bizerte. Ein 1974 vereinbarter Zusammenschluss mit Libyen wurde von Tunesien widerrufen. 1987 wurde Bourguiba wegen krankheitsbedingter Amtsunfähigkeit abgesetzt. Neuer Präsident wurde Z. A. Ben Ali. Oppositionsparteien wurden zugelassen, doch gewann die Regierungspartei „Konstitutionelle Demokratische Sammlung” (RCD; früher Neo-Destour) bei Wahlen 1989 alle Parlamentssitze. Bei den Präsidentschaftswahlen 1994 wurde Ben Ali in seinem Amt bestätigt. Die gleichzeitigen Parlamentswahlen sicherten der RCD 144 Mandate. Zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit konnte auch die Opposition ins Parlament einziehen. Trotzdem änderte sich nichts an der beherrschenden Stellung des Präsidenten, der 1999 mit über 99 % der Stimmen für eine dritte Amtszeit gewählt wurde.

im Altertum bedeutende Stadt in Nordafrika, etwa 12 km nordöstlich vom heutigen Tunis, wurde 814 v. Chr. von Phöniziern aus Tyros als Kolonie zur Sicherung der Schifffahrt im westlichen Mittelmeer gegründet. Karthago besaß gute, sichere Häfen und später eine mächtige Burganlage. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. beherrschte Karthago den Handel im westlichen Mittelmeer vollständig. Die Küsten Siziliens (nur im Westen), Sardiniens, Korsikas und später Spaniens waren in seiner Hand, es eroberte einen großen Teil Nordafrikas und unterwarf die eingeborenen Libyer. Im 5. Jahrhundert v. Chr. kam es in Sizilien zu erbitterten Kämpfen mit den dort von den Griechen gegründeten Städten.

Als die Römer Süditalien eingenommen hatten, begann der Kampf mit Rom um die Vorherrschaft über das westliche Mittelmeer. Im 1. Punischen Krieg 264-241 v. Chr. (Punische Kriege) gingen die Inseln verloren, im 2. Punischen Krieg 218-201 v. Chr. verlor Karthago trotz der großen militärischer Leistungen Hannibals seine Stellung als Weltmacht. Nach dem 3. Punischen Krieg 149-146 v. Chr. wurde Karthago völlig zerstört und der Restbestand des Hinterlands zur römischen Provinz (Africa) gemacht. 126 v. Chr. legte C. Gracchus eine Kolonie auf dem alten Stadtgebiet an. In der Kaiserzeit war Karthago zu einer der bedeutendsten Städte des römischen Reichs geworden. Nach der Eroberung durch die Wandalen 439 n. Chr. begannen Abstieg und Verfall. 698 fiel Karthago in arabische Hände und wurde systematisch geschleift. An der Spitze des karthagischen Staats standen zwei Suffeten („Richter”). Vom 5. Jahrhundert v. Chr. an blieb diese Amtswürde ständig im Besitz vornehmer Familien. Die eigentliche Regierung lag in den Händen eines adeligen Rats. Das Heer wurde fast ausschließlich aus Söldnern rekrutiert, die von karthagischen Offizieren befehligt wurden. In hoher Blüte stand der Schiffbau. Hauptgott der Stadt war Baal-Hammon, neben den die Fruchtbarkeitsgöttin Tanit trat. Eine besondere Rolle spielte der Gott Moloch, dem Kinder der Adligen geopfert wurden.

, Burgiba, Habib, tunesischer Staatsmann,“ active=““]* 3. 8. 1903 Monastir, † 6. 4. 2000 Monastir; Begründer der für die Unabhängigkeit Tunesiens kämpfenden Neo-Destur-Partei; von Januar 1952 bis Mai 1955 interniert; versuchte im französisch-algerischen Konflikt zu vermitteln; 1956 Minister-, seit 1957 Staatspräsident (seit 1975 auf Lebenszeit); 1987 wegen Amtsunfähigkeit abgesetzt.
Zine Al Abidine, tunesischer Politiker (Rassemblement Constitutionnel Démocratique), * 3. 9. 1936 Sousse; Offizier; 1964-1974 Leiter des militärischen Abwehrdienstes, 1974-1977 Militärattaché in Marokko und Spanien; 1977-1980 Leiter des nationalen Sicherheitsdienstes; 1980-1984 Botschafter in Polen; 1985/86 Minister für nationale Sicherheit, 1986/87 Innenminister; 1987 Berufung zum Ministerpräsidenten; setzte im gleichen Jahr Präsident Bourguiba wegen Amtsunfähigkeit ab und übernahm selbst das Amt des Staatspräsidenten (1989 und 1994 durch Wahlen im Amt bestätigt).

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